Titel: Der König und sein Mann
Autor: Jean Zeb de la Graves
Genre: M/M-Romanze
In einer modernen, nachgebildeten britischen Königsfamilie, dem „House of Britain“, ist der Prinz von Wales, Albert, ein promiskuitiver Homosexueller und Atheist, der ein zügelloses, ausschweifendes Leben führt und seinem kranken Vater, König George V., und seiner jüngeren Zwillingsschwester Elizabeth, „Lizzie“, die von seiner eifersüchtigen Abneigung verzehrt wird, wütende Verzweiflung beschert.
Doch als Albert sich in Paul, einen Mann gemischter Abstammung aus Durham, verliebt und ihn heiratet, ändert sich alles. Albert ist entschlossen, Vielfalt und Innovation in das britische Haus und seinen Nachfolger zu bringen, und zieht dabei den Zorn königlicher Traditionalisten und Lizzies Rache auf sich.
Graves hat einen ehrgeizigen, unorthodoxen Roman geschrieben, der ein nachsichtiges Durcheinander hätte sein können, aber obwohl er manchmal etwas mehr Schliff vertragen könnte, macht er hoffnungslos süchtig und basiert auf einer gut durchdachten Prämisse und einer fesselnden zentralen Handlung.
Die Geschichte beginnt, als Albert nach einer weiteren Nacht voller Ausschweifungen aufwacht. Die Szene hat, wie der Großteil des Buches, einen amüsanten Anstrich, der die kitschige Natur von Alberts einsamer Existenz nicht verbergen kann.
Graves schafft in seiner Darstellung von Albert eine fesselnde Balance. In den ersten Kapiteln ist Albert teilweise ein verwöhnter, wenn auch charismatischer, wartender Monarch, doch Graves verleiht der Darstellung des Prinzen immer mehr Tiefe und Originalität. Albert ist tatsächlich äußerst selbstbewusst, schlagfertig und neigt zu flüchtigen Erkenntnissen.
Je weiter die Ereignisse voranschreiten, desto stärker wird Alberts Egoismus, und er wird immer instabiler. Mit Glaubwürdigkeit und Überzeugung entfaltet Graves diese faszinierenden Eigenschaften in seinem Protagonisten.
Paul ist rationaler, obwohl er erst achtzehn ist. Die Chemie zwischen den Männern ist deutlich erkennbar und von einer Zärtlichkeit geprägt, die in Alberts anderen Beziehungen nicht vorhanden ist.
Graves übertreibt den Kontrast im Hintergrund nicht, obwohl er einige köstlich quälende, wenn auch ergreifende Beispiele dafür liefert, wie Pauls früheres Leben mit seiner Gegenwart kollidiert. Das zentralchinesische Essen mit seiner Mutter ist eines davon.
Lizzie beginnt den Roman als abscheuliche, pantomimische Narzisstin, entwickelt sich jedoch zu einer komplexen, erbärmlichen Figur, für die der Leser eine gewisse Sympathie empfindet. Ihr ursprünglicher, nachhallender Schreianfall ist beunruhigend und voller Pathos.
Das Hauptmerkmal der Geschichte ist die Entscheidung von Albert und Paul, ein Kind zu bekommen und damit Lizzies Tochter Victoria zu enterben. Graves baut auf spannende Weise die Spannung auf den Moment des emotionalen Chaos auf, der eine gewalttätige, lebensverändernde Reihe von Taten auslöst. Wenn die schrecklich ironischen Folgen später mit erschreckendem Vorwissen vorhergesagt werden.
Eigentlich aber Der König und sein Mann Obwohl das Buch auf subtile Weise von Absurdität und Parodie gefärbt ist, wirft es mehrere ethische und moralische Dilemmata auf, die die Aufmerksamkeit des Lesers inmitten des königlichen Prunks und Prunks fesseln, den Graves aufwendig in lebendiger, detaillierter Intensität nachbildet.
Die Palastwärter um Albert bekommen alle zu unterschiedlichen Zeiten unerwartete Wünsche. Sir Humphreys Taten sind die überraschendsten und doch befriedigendsten. Das Geheimnis um Graham bleibt genau das, was ein wenig ärgerlich ist, obwohl die milde Ablehnung von Mr. Leigh-Stokes ein erhabener und letztendlich bewegender Text ist.
Es gibt ein paar seltsame Anachronismen, die sich in Alberts Rede einschleichen, und Graves gibt nicht immer klar an, wer während des Dialogs spricht. Der Roman ist lang, aber insgesamt behält Graves ein halsbrecherisches Tempo bei, das den Schwung aufrechterhält. Dennoch werden einige der zeremoniellen Szenen dichter, und die gelegentlichen, absurden Umwege der Erzählungen können den einen oder anderen oberflächlichen Handlungsstrang nicht verbergen.
Der König und sein Mann ist eine beunruhigend gute Lektüre, die provokante Themen durch eine reichhaltige, spannende Erzählung erforscht. Diese scharf beobachtete, überhebliche Tragikomödie ist herrlich unterhaltsam, witzig satirisch und aufwändig imaginiert und fühlt sich auch auffallend relevant an.
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